
Sie kommuniziert mit ihren Bildern und verleiht Tieren gerne menschliche Züge. Wachstischdecken mit Aufdruck, alte Küchentücher oder grob abgeschliffene Holzdielen dienen ihren Werken ebenso wie Träume und ihr kulturelles Wissen. Ist das das Geheimnis ihrer Kunst, die einen unbestimmten Zauber in sich trägt? Ann Besier im Interview mit Kulturschoxx.
Wer ist Ann Besier?
Ann: Ich bin bildende Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei, lebe und arbeite in Berlin und bin seit 2005 freiberuflich als Malerin tätig.
Wie würdest Du Deine Kunst beschreiben?
Ann: Also große Überbegriffe sind sowohl Surrealismus als auch Symbolismus. Ich arbeite figurativ, in der Regel mit klaren, kräftigen Farben und ich setze Figuren zusammen, die in der Realität überhaupt nicht zusammenpassen, also ich schaffe Tiermenschen, die ich in ornamentale Landschaften setze. Das hat auch so einen Hauch von Märchen.
Und woher nimmst Du Deine Inspiration?
Ann: Ich bin sehr visuell, die Bilder entstehen in mir. So wie andere in Worten denken denke ich in Bildern. Bei großen Arbeiten habe ich oft eine Hauptfigur mit der ich kommuniziere. Ich beginne meistens mit den Augen, dadurch wird die Figur ganz lebendig und es ist so als wäre die Figur im Raum. Bei mir isses ähnlich wie bei Schriftstellern: Aus der Geschichte im Kopf entstehen plötzlich eigene Persönlichkeiten.
Was hat Dich geprägt?
Ann: Ich hatte längere Auslandsaufenthalte. Aus Indien habe ich meine Leidenschaft für Farben, Amerika bedeutet für mich landschaftliche Weite, die es in Europa gar nicht gibt und diese Sehnsucht nach Weite fließt auch in meine Bilder mit ein.
Deine Bilder sind ja recht spirituell…
Ann: Ja, ich bin auch der festen Überzeugung, dass es neben dem, was wir wahrnehmen, mehr gibt. Die einen nennen es Gott, die anderen nennen es Universum oder Kosmos. Ein Mensch hat auch etwas, was nicht greifbar ist, was man nur auf der Gefühlsebene wahrnehmen kann und auch nicht visuell. Dafür gibt es weder ein Bild, noch ein Wort. In meinen Bildern erhöhe ich sehr gerne Tiere, indem ich sie heilig spreche…
Wie Ann Besier Tiere heilig spricht und warum, das verrät sie nächste Woche Freitag im zweiten Teil der Interviewtrilogie. Ann Besier stellt ab 17. Dezember in der Neonchocolate Gallery in der Lychener Str. 23 in ihrer Einzelausstellung „mit Haut und Haaren“ aus.


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