Bis zu 65 Prozent besteht der Mensch aus Wasser. “The Choreography of Water” des Tangaj Collectives hat die Bewegungen des Wassers körperlich umgesetzt.
Eine Glastrompete, eine Glaspfeife und ein sich mehrfach winnendendes, bauchiges Glas umgrenzen den mit durchsichtigen Schläuchen durchzogenen, abgedunkelten Bühnenraum. Nur ganz hinten leuchten drei mit Wasser gefüllte Gläser. Eine Performerin bringt mit einem Glasstrohhalm Wasser zum Blubbern, dann tritt eine Performerin mit kreisenden Bewegungen in den Bühnenraum ein.
Was dann folgt, ist ein Kreisen, ein Kreiseln oder eine wellenförmige Fortbewegung – allein, zu zweit und später zu dritt. Simona Deaconescu, Ioana Vreme Moser und Simina Oprescu synchronisieren sich, scheinen miteinander zu kämpfen oder bewegen sich temporär gemeinsam. Es entstehen Bilder von stürmischer See oder sanft wiegenden Wogen, doch die versprochene politische Komponente erschließt sich nicht.
Die Instrumente vom Bühnenrand werden nicht nur tänzerisch in die Performance miteinbezogen, ihnen werden auch geisterhafte Töne entlockt. Doch auch wenn die Gläser optisch und klanglich beeindrucken, sind sie in der tänzerischen Anwendung weniger überzeugend. So sehr sich die Performerinnen auch verbiegen und den Formen des Instrumentes anpassen, letztlich sind es ihre Bewegungen, welche die Performance sehenswert machen.
Weitere Informationen
„The Choreography of Water“ wurde von 18. bis 20. August 2026 im Rahmen von „Tanz im August“ im HAU 3 gezeigt.
Choreografie & Dramaturgie: Simona Deaconescu
Flüssige Klangobjekte: Ioana Vreme Moser
Musik & Sound: Simina Oprescu
Performance: Laura Murariu, Silvia Brazzale, Chelsea Reichert
Künstlerische Assistenz: Georgia Elza Măciuceanu
